Luxusleben im Knast
Bild beschreibt Karstens Specks “Leben im Luxusknast”:
An ein Gefängnis erinnert dort wenig: Speck bezieht eine 10 qm große Zelle in einer Siedlung von drei Stockwerke hohen Einzelhäusern, die an einer netten Park mit kleinem Teich grenzt. Drinnen gibt es ein modernes Fitneß-Studio, in seine Zelle kann sich Karsten Speck einen Fernseher und ein Radio mitbringen – GEZ-Gebühren muß er aber auch dort zahlen.
Schon erstaunlich, was bei Bild-Redakteuren alles unter Luxus fällt.

Ich feinde unsere Knäste zu luxeriös! Ohne wenn und aber. Eine Betonpritsche und Zwangsbelüftung und ein wenig Licht zum lesen müsste reichen. Dann würde es auch nicht so viele Rückfälle geben!
orphem | 28. 10. 2005 14:31
Am besten wie beim Bund: Tisch und Stuhl, beides am Boden festgemacht. Bett das aus der Wand fährt, und um 6.15 einfach unter dir wegrutscht. Innenaustattung ansonsten: Bibel.
100g Süßigkeiten am Tag, die dir vom Sold abgezogen werden.
Gott sei Dank musste ich nie rein.
Danny | 28. 10. 2005 15:10
@orphem: Was für ein unqualifizierter Beitrag von Dir. Du scheinst noch nie eine normale deutsche JVA von innen gesehen zu haben (und damit meine ich jetzt nicht solche extremen Ausnahmefälle wie die JVA Weiterstadt!). Sonst würdest Du anders reden. In der Regel herrscht im deutschen Strafvollzug nämlich von der Unterbringung her ohnehin tiefstes Mittelalter. Beispiele erspare ich mir: Du würdest es sowieso nicht glauben…
@Danny: Genau so ist es oft. Tisch und Stuhl sind Bretter, die an unterschiedlichen Stellen in verschiedener Höhe aus der Wand ragen. Manchmal können sie aus Platzgründen hochgeklappt werden. Im übrigen liegen die wenigsten Gefangenen den ganzen Tag im Bett: es herrscht Arbeitspflicht, und um 6.15 Uhr ist man normalerweise bereits auf den Beinen.
Ich würde mir hier für die Zukunft etwas qualifiziertere Beiträge wünschen! Danke schön.
Tagesgedankler
Tagesgedankler | 28. 10. 2005 16:49
@Tagesgedankler, ich vermute, er hatte ironie-Tags an.
Aber ich kann mich erinnern, dass bei und in Hessen die H\dJU Wahlwerbung mit (also gegen) “Luxusknästen” gemacht hat.
Ich war zufällerweise mal über Weihnachten in einem Knast zu besuch. Das kann auch kein Fitness-Studio rausreissen. Selbst mit Schwimmbad…
Chris | 28. 10. 2005 17:47
@Tagesdankler: Ich werde mir auch weiterhin alle Mühe geben. Mal sehen wann Udo meinen Beitrag über Produkte aus dem Knast veröffentlicht … und ob er es tut.
Danny | 28. 10. 2005 19:28
Tja, man könnte anbetrachts des Artikels ja versucht sein, Vermutungen über die Arbeitsbedingungen von BILD-Redakteuren anzustellen. Wenn die Schilderungen von Wallraff im “Aufmacher” auch heute noch so zutreffen, dann ist es vermutlich in jenem Knast in der Tat luxeriöser und angenehmer als in der BILD-Redaktion.
Dieter | 29. 10. 2005 16:07
»Die Hälfte aller Kümmernisse des Lebens
kann darauf zurückgeführt werden,
daß man zu schnell ja
oder nicht früh genug nein gesagt hat.«
G. B. Shaw http://www.unglaublichkeiten.com http://www.bfed.nl
Martina Pflock | 10. 1. 2006 15:39
Wer möchte schon gern im Knast sitzen? Natürlich geht es manchen Häftlingen (nach Außen hin) besser, weil sie Prominent sind. In der Anstalt werden sie es aber wohl eher schwerer haben als ein Nobody.
mw | 8. 4. 2006 03:28
ich hatte das außerordentliche priveleg, 14 monate u-haft in diesem luxusknast “genießen” zu dürfen. Die architektur täuscht über die verfahrensweisen, wie kontaktentzug zur familie, isolation durch ignorieren, gewollte nichtachtung von medizinischen notfällen, mangelhafte medizinische versorgung, etc, hinweg. mehrere petitionen an den hessischen landtag, klagen beim europäischen gerichtshof für menschenrechte, blieben zumeißt erfolglos. sicher, es gibt straftäter, die eine harte gangart verdienen, doch bestimmt nicht dann, wenn die schuldfrage nicht geklärt ist. ich wünsche es den meißten zumindest nicht, eine solche behandlung erfahren zu dürfen
der ire | 4. 12. 2006 16:56