Briefe in die Todeszelle
Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die Brieffreundschaft einer deutschen Studentin mit einem Todeskandidaten im texanischen Gefängnis:
Zur quälenden Langeweile gesellt sich die Einsamkeit: Mit Mitgefangenen können sich die Insassen nur durch Klopfzeichen verständigen oder indem sie sich an die Sehschlitze an der Zellentür pressen und sich anbrüllen. Die größte menschliche Nähe ist für viele die Hand, die dreimal täglich Essen durch eine Klappe in der Tür schiebt.
Soweit man unter seinen Umständen also überhaupt von Glück sprechen kann, hatte Willie welches. Vor drei Jahren erreichte ihn ein Brief von Katrin, in dem sich die junge Frau vorstellte. 22 Jahre war sie damals alt und studierte in Köln Lateinamerika-Wissenschaften. „Ich hatte durch eine Freundin von so einer Brieffreundschaft gehört und wollte Willie damit helfen“, sagt sie.
