Sie glaubten zuerst an einen Scherz

Knapp zwei Wochen nach dem Gefangenenmord in der Haftanstalt Siegburg berichtet Focus online Einzelheiten zum Tatablauf. Die Angaben stützen sich unter anderem auf die Informationen eines Verteidigers:

Am 11. November wickelte K. zunächst Seife in ein Handtuch und schlug H. K. forderte die Zellengenossen Ralf A. (20) und Pascal I. (19) auf, es ihm gleich zu tun. H. wehrte sich offenbar nicht. Er musste schließlich auf Knien den Boden putzen. Als K. vorschlug, H. zu töten, glaubten die Zellengenossen offenbar zunächst an einen Witz.

Doch es war kein Scherz:

Abends soll K. gesagt haben, dass es nun Zeit werde. Die Peiniger wollten H. sterben sehen. Als beim vierten Versuch ein Strick aus Bettlakenstreifen hielt, ertrugen die Täter den Anblick des Strangulierten nicht und hängten ihn nach kurzer Zeit ab. Durch Schläge kam das Opfer zu Bewusstsein. Dann habe ihm der mutmaßliche Mordhelfer, Ralf A., eine Zigarette mit den Worten gereicht: „Die hat er sich verdient.“ In der Nasszelle errichteten die Täter einen neuen Galgen. Sie schlossen die Türe, während H. qualvoll starb. Um sechs Uhr morgens rief A. die Schließer: „Da hat sich einer weggehängt.“

25.11.2006 23:13 | Vollzug | Kommentare deaktiviert

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