Comeback für Nato-Draht

Die Justizvollzugsanstalt Krefeld, aus der am 12. Oktober ein Gefangener entkommen konnte, bekommt eine zusätzliche Sicherung. Dies hat Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter heute im Rechtsausschuss des Landtags in Düsseldorf angekündigt. Zugleich seien Experten des Ministeriums angewiesen worden, Sicherheitslücken in den Haftanstalten des Landes zu schließen.

“Ich habe in Krefeld als Sofortmaßnahme die Sicherung der gesamten Außenmauer der Anstalt von innen mit Widerhakensperrdraht – dem so genannten Nato-Draht – angeordnet. Die Maßnahmen sind bereits in der Umsetzung”, sagte die Ministerin.

Weiter führte sie aus: “Bei der Aufarbeitung des Krefelder Ausbruchs habe ich mit Befremden zur Kenntnis nehmen müssen, dass es unter der Vorgängerregierung eine Kommission gab, die den Auftrag hatte, alle Anstalten des Landes zu bereisen und dort so viel Stacheldraht wie möglich zu entfernen. Die in Vollzugskreisen als ‘Stacheldraht-Kommission’ bekannte Gruppe hat ihr Werk zwischen Februar 1996 und September 1997 vollbracht. Die damalige Maßnahme war Bestandteil des Arbeitsprogramms der Landesregierung für die 12. Legislaturperiode in der vom Kabinett am 7. Mai 1996 beschlossenen Form.”

Die Ministerin kündigte an, diesen Fehler zu beseitigen: “Überall da, wo es nach fachlicher Einschätzung geboten ist, werden wir die erforderlichen Sicherungseinrichtungen installieren. Der Auftrag meiner Experten wird sich aber nicht auf Mauerkronensicherungen beschränken, sondern alle sinnvollen Kombinationen moderner sicherheitstechnischer Einrichtungen im Blick haben.”

In Krefeld sind nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden im Bereich des “Freistundenhofs” auf der Krone der Umwehrungsmauer Schleif- und Faserspuren kriminaltechnisch gesichert worden. Nach ersten Bewertungen dürfte der Gefangene mit einem Seil die etwa 5,50 Meter hohe Außenmauer überwunden haben und über den dahinter liegenden Parkplatz geflohen sein. Spuren im Grasboden auf der Außenseite der Mauer deuten zudem darauf hin, dass dort vermutlich von einem unbekannten Helfer eine Leiter angelegt und das Seil über die Mauer geworfen worden war. Ob der Gefangene auch auf seinem Weg auf den Hof fremde Hilfe hatte, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

08.11.2007 18:05 | Diverses | Comments (0)

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